Winterzauberland 17. Januar 2016

Bericht von Osthessen-News.de
18.01.16 - PHILIPPSTHAL

Kulturwecker wird 25 JahreWinterzauberland: Musikshow mit fast 500 Besuchern

Ein wahres Winterzauberland mit viel Schnee und Kälte verzückte am Sonntag alle Menschen, die lange auf den Winter gewartet haben. Freunde des Schlagers und der guten Unterhaltung zog es ebenfalls ins „Winterzauberland“. Die große hr4-Musikshow der Jubiläen, die in der Philippsthaler Kreuzberghalle zum fünften Mal zu Gast war, feiert nicht nur ihr eigenes zehntes Jubiläum, sondern läutete auch das Jubiläumsjahr des Philippsthaler Kulturweckers als Veranstalter ein.
Mit der Fertigstellung der Kreuzberghalle im Jahr 1991 wurde der Verein gegründet, um „Leben“ in die Halle zu bringen. Das ist den inzwischen 53 Vereinsmitgliedern mit ihrem rührigen 1. Vorsitzenden Hartmut Sell bestens gelungen, für jede Altersklasse und für jeden Geschmack war in den vergangenen 25 Jahren etwas dabei. Wer schon Veranstaltungen des Kulturweckers in der Kreuzberghalle besucht hat, schätzt auch die besondere Gastfreundschaft und Aufmerksamkeit den Besuchern gegenüber.
So war die festlich geschmückte Halle schon eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn mit rund 480 Besuchern bis auf den letzten Platz besetzt, denn es lockten Kaffee und leckere Kuchen zur Einstimmung auf eine rund vier Stunden dauernde Reise im „Winter-Zauberland-Express“, der mit Gastgeber Bert Beel und weiteren Lieblingen des Showgeschäfts wie Captain Freddy, dem Duo Treibsand, Sandra Mo & Valentino, den Silingern, dem Stargast Chris Roberts und Anita & Alexandra Hofmann, die in diesem Jahr auf 25 Jahre Plattenjubiläum zurückblicken können, besetzt war. Das mit Abstand erfolgreichste Schwesternpaar der deutschen Musik hat der Kulturwecker als Schmankerl aus Anlass des Jubiläums zugebucht.
Ihrem eigenen Jubiläum gerecht werdend, hat sich das Winterzauberland-Team für die diesjährige fantasievolle Revue mit Musik, Show und Parodie besondere Highlights einfallen lassen. Bert Beel, der Kultmoderator und Starparodist, brachte das Publikum mit Witzen am laufenden Band in Stimmung, parodierte sensationell gut den Volks-Rock´n Roller Andreas Gabalier, die „Henne“ Helga Hahnemann, die Grand-Prix-Gewinnerin Nicole, den Grand-Prix-Gewinner Guildo Horn und Heino als Rocker und glänzte mit einer Hommage an Udo Jürgens. Das hochkarätige Künstler-Ensemble begeisterte mit der gesamten Bandbreite der Unterhaltungsmusik: von beliebten Oldies und deutschen Schlagern über klassische Winterlieder und Folklore bis hin zu mitreißenden Stimmungsknallern, Grand- Prix-Hits und weltbekannten Musical-Songs war alles dabei.
Die aus Schlesien stammenden Künstler Danuta Wischnewski und Peter Feszter vermitteln als Gesangsduo „Die Silinger“ ihre Heimatverbundenheit auf ihre ganz eigene, traditionelle, musikalische Weise. Mit ihrem breitgefächerten Repertoire, zu dem rote Rosen, goldene Sterne und zweisprachig gesungene deutsche Volkslieder gehören, verzückten sie das Publikum. Das Duo Treibsand feiert derzeit kein Jubiläum, stand in diesem Jahr aber wieder gemeinsam auf der Bühne in der Kreuzberghalle, nachdem im vergangenen Jahr Rüdiger krankheitsbedingt ausfiel und von der zauberhaften Sängerin Li Belle vertreten wurde. Da dieses große Talent in Melsungen zu Hause ist, war sie in Philippsthal als Überraschungsgast dabei. Zu dritt rockten sie die Bühne zu Hits aus den 1950er und 1960er Jahren, als Duo gaben Rüdiger und Andreas viel beklatschte Kostproben aus ihrem gerade erschienenen „Best of“-Album ihrer schönsten Hits.
Sandra Mo, die sich im Jahre 1985 von ihrem Bühnenpartner Jan Gregor trennte, danach mit „Zigeunerliedern“ fünf Jahre alleine auf Tour ging, holte 1990 Valentino auf die Bühne als „Neuen“ an ihre Seite, der zufällig auch ihr Ehemann ist. Mit dem DDR-Kulthit „Hätt ich nochmal die Wahl“, der genau vor 40 Jahren auf den Markt kam, „Käpt´n John“ mit Schunkelgarantie, aber auch dem imposanten „Il pensiero solo a te“ sangen sie sich mit warmer, samtiger Stimme und strahlendem Tenor in die Herzen des Publikums. Captain Freddy, der Kopf der „Singenden Saxophone“ befindet sich auf einem Solo-Törn und weiß, was gefällt. Er wurde für seine Darbietungen „Aber dich gibt´s nur einmal für mich“, „La Paloma“ und „Ein Schiff wird kommen“ mit viel Applaus bedacht.
Allen Künstlern gelang es, das Publikum einzubeziehen, zu dem auch immer wieder der persönliche Kontakt gesucht wurde. Zwei besondere Glückspilze werden sich noch lange an ihre öffentlichen Tänzchen mit Anita und Alexandra Hofmann erinnern, deren Energiespiel nach eigenen Angaben auf 100.000 Volt gestiegen ist. Sie gaben ordentlich Gas auf der Bühne der Kreuzberghalle, auf der sie vor 18 Jahren schon einmal begeisterten. Von Bert Beel als „Sahneschnittchen“ angekündigt, überzeugten die attraktiven Schwestern mit Glamour, Tanz und Sexappeal auf ganzer Linie.
Die beliebten Multi-Instrumentalistinnen – zusammen beherrschen sie 15 Instrumente – sind gesegnet mit einzigartigen Stimmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Anita mit ihrer engelsgleichen Sopranstimme verzauberte mit Klassikern aus dem „Phantom der Oper“ und Alexandra als fetzige Rockröhre forderte auf: „Let´s have a party“. Ihr fulminanter Auftritt in Philippsthal macht Lust auf mehr. Ende Januar gehen die Schwestern auf große Solotournee. Mit Band und Tänzern versprechen sie 100 Prozent Entertainment. „Jetzt oder nie“ wollen die beiden Vollprofis wieder richtig Gas geben.
In dieser Jubiläumsshow wird auch das 50-jährige Bühnenjubiläum von Christian Anders gefeiert, der aber während der laufenden Tournee erkrankte und ausgerechnet in Philippsthal nicht dabei sein konnte, weil er eine Lungenentzündung auskurieren muss. Gute Genesungswünsche an ihn und ein Dankeschön an Chris Roberts, ein ebenfalls gefeierter Star aus dieser Zeit, der sehr zur Freude des Publikums spontan einsprang. „Ich habe noch immer Lampenfieber mit wackligen Beinen, feuchten Händen und Herzklopfen“, gestand der Schlagerstar, der seine Herzbeschwerden von einem treuen Fan überprüfen ließ. Dann heizte er mit einem Medley einiger seiner unvergessenen Hits, mit denen er in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre riesige Erfolge feierte, ein.
„Ich mach ein glückliches Mädchen aus dir“, „Du, sag einfach du“, „Do You Speak English“ oder „Wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara“ sang das textsichere Publikum lauthals mit und als das Mikrofon schwächelte, konnte der Kult-Star sich auf seinen Background-Chor verlassen.
Hartmut Sell, 1. Vorsitzender des ...
Chris Roberts, der im März seinen 70. Geburtstag feiern kann, versicherte dem begeisterten Publikum abschließend musikalisch: „Du kannst nicht immer 17 sein, Liebling das kannst du nicht, aber das Leben wird dir noch geben, was es mit 17 dir verspricht, einmal da wirst du 70 sein …“ und singst mit dem Held deiner Jugend gemeinsam.
Nach dem großen Finale dieser rundum gelungenen, stimmigen Veranstaltung, die mit stehenden Ovationen gefeiert wurde, standen alle Künstler persönlich für eine Autogrammstunde bereit. (Gudrun Schmidl) +++